Aktuelle Meldungen

 Alpenkonvention setzt Schwerpunkte

Die erste Sitzung des Ständigen Ausschusses der Alpenkonferenz unter Schweizer Vorsitz nach der 11. Alpenkonferenz am 29. und 30.06. in Vaduz/Liechtenstein war nicht nur sehr gut vorbereitet und wurde durch Maria Lezzi, Direktorin des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE), inhaltsorientiert und zielgerichtet geleitet. Sie ließ durch Konzentration auf vergleichsweise wenige Tagesordnungspunkte und Nutzung von - in dem Kreis - neuen Formaten und Methoden auch die Erwartung entstehen, dass in dem relativ kurzen Zeitraum des Schweizer Vorsitzes bis Ende 2012 tatsächlich konkrete Ergebnisse und Fortschritte bei der Umsetzung der Alpenkonvention erreicht werden können.

Verabschiedet wurden das neue Arbeitsprogramm der Plattform „Ökologischer Verbund“, und die Mandate der neuen Arbeitsgruppe „Makroregionale Strategie“ sowie der Plattform „Berglandwirtschaft“. Des Weiteren wurden eine erste Struktur sowie der Zeitplan für die Erstellung des 4. Alpenzustandsberichts zum Thema „Nachhaltiger Tourismus“ durch eine neu eingerichtete „Ad-hoc-Arbeitsgruppe“ beschlossen.

Die Arbeitsgruppe „Makroregionale Strategie“ soll bis zur 12. Alpenkonferenz den Beitrag der Alpenkonvention zu einer solchen – möglicherweise - von vielen Stakeholdern zu entwickelnden Strategie erarbeiten, d.h. Ziele und Herausforderungen sowie den Mehrwert durch die Alpenkonvention. Der CAA wird sich voraussichtlich an allen drei neuen Arbeitsgruppen durch Vertreter seiner Mitgliedsverbände beteiligen.

An moderierten, runden Tischen mit jeweils 6-8 Teilnehmern fanden offene Diskussionen über Biodiversität, eins der fünf Schwerpunktthemen des neuen Mehrjährigen Arbeitsprogramms (MAP), statt, jeweils in Bezug zu anderen Bereichen der Alpenkonvention, wie z.B. touristische Infrastruktur, Berglandwirtschaft oder große Beutegreifer. Die vielfältigen Ergebnisse dieser Tischrunden sollen nun weiterentwickelt werden. Konkret wurde durch diese Diskussion der Beschluss vorbereitet, dass die Plattform Berglandwirtschaft noch im Laufe des Sommers eine Resolution zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU auf der Basis des entsprechenden Protokolls entwirft.

Ist das Auslösen einer Lawine strafbar?

Insbesondere in Südtirol geht unter Tourengehern seit längerem die Angst vor strafrechtlichen Folgen für das Auslösen einer Lawine um, weil die Rechtslage in Italien diesbezüglich für viele unklar ist. So werden bisweilen Lawinenabgänge nicht gemeldet, was wiederum schlimme Auswirkungen auf die Rettung Verschütteter haben kann. Auch die CAA-Bergsportkommission hat sich bereits mit diesem Thema befasst. Nun sind von der Europäischen Akademie Bozen die Ergebnisse eines Experten-Workshops vom Herbst 2010 veröffentlicht worden. Sie fassen die Rechtslage allgemeinverständlich zusammen, wenn sie auch kein rechtsverbindliches Dokument darstellen.
zu den Ergebnissen des Workshops 

Alpenkonferenz weiter mutlos

Es war leider zu erwarten: Die 11. Konferenz der Umweltminister der Alpenstaaten, die am 8. und 9. März 2011 in Brdo bei Kranj in Slowenien stattfand, hat keine wirklich wegweisenden Beschlüsse gefasst, die der Umsetzung der Alpenkonvention als bedeutendem Vertragswerk für eine nachhaltige Entwicklung im Alpenraum – 20 Jahre nach seiner Unterzeichung - neuen Schwung verleihen könnten. So nahmen auch nur drei Minister – aus Slowenien, Österreich und Liechtenstein – an der Konferenz teil, alle anderen ließen sich durch Staatssekretäre oder Botschafter vertreten. Ausführlichstes Thema war die Diskussion über eine „europäische Strategie für den Alpenraum“, zu dem eine Deklaration verabschiedet wurde, die die Absicht verfolgt, die Alpenkonvention als Forum für diese auf EU-Ebene stattfindenden Diskussionen anzubieten und ihren Einfluss bei der Entwicklung eben dieser „makroregionalen Alpenstrategie“ zu stärken. 
Nach zwei Jahren unter slowenischem Vorsitz übernimmt diesen nun bis Ende 2012 die Schweiz. Schwerpunkte des ebenfalls in Brdo in seinen Grundlagen verabschiedeten Arbeitsprogramms der nächsten Jahre sollen die Handlungsfelder Demographischer Wandel, Klimawandel, Tourismus, Biodiversität und Verkehr und Mobilität sein. Es gilt nun, die Themen mit konkreten Zielen und Maßnahmen zu füllen und vor allem, diese umzusetzen. Die Schweizer Delegation hat – obwohl das Schweizer Parlament erst vor wenigen Monaten die Ratifizierung der Alpenkonventionsprotokolle abgelehnt hat – nochmals bekräftigt, sich aktiv für eine gute Zusammenarbeit zur Lösung der Probleme im Alpenraum einzusetzen.
Der Club Arc Alpin wird den weiteren Prozess als offizieller Beobachter aktiv begleiten.

Ständiger Ausschuss der Alpenkonferenz ohne Zukunftsvisionen

Am 28. und 29.10. 2010diskutierte der Ständige Ausschuss der Alpenkonferenz in Innsbruck über die Berichte aus den zahlreichen Arbeitsgruppen der Alpenkonvention, beriet aber auch übergreifende Themen mit langfristigen Auswirkungen wie die unter „Zukunft der Alpenkonvention“ behandelte Strukturdebatte, das Thema „Makroregion Alpen“, das Mehrjährige Arbeitsprogramm (MAP) 2011-2016 und die Umsetzung des 2009 beschlossenen „Aktionsplans Klimawandel“.
Der Ständige Ausschuss besteht aus Vertretern der Umweltministerien der Vertragsstaaten der Alpenkonvention und mehreren internationalen Beobachterorganisationen, darunter der Club Arc Alpin (CAA), der Dachverband der alpinen Verbände des Alpenbogens.
Die Diskussion zur „Zukunft der Alpenkonvention“ war im Frühjahr vor allem von Österreich angestoßen worden, um Visionen für eine bessere Umsetzung der Alpenkonvention zu entwickeln. Auf einer Sondersitzung des Ständigen Ausschusses im Juni wurden Vorschläge gesammelt, und Vertragsparteien und Beobachter verfassten zahlreiche Stellungnahmen, die nun zu einem Bericht mit Beschlussvorschlägen zusammengefasst worden waren. Leider gelang es in Innsbruck nicht, sich auf Gemeinsames zu einigen, Entscheidungen wurden vertagt.
Auch die Umsetzung des „Aktionsplans Klimawandel“ geht in den Gremien der Alpenkonvention schleppend voran; unabhängig von diesen Gremien wurde immerhin im Rahmen des EU-Alpenraumprogramms „Alpine Space“  ein gemeinsames Projekt mehrerer Alpenstaaten eingereicht, mit noch offenem Ausgang.
Insgesamt wurde deutlich, dass die Umsetzung der Alpenkonvention vor allem in konkreten Projekten auf lokaler und regionaler Ebene wie z.B. „Bergsteigerdörfer“ sowie in internationalen Netzwerken wie z.B. ALPARC stattfindet und dort auch eine Zukunft hat. Auch mehrere Arbeitsgruppen der Alpenkonvention,  wie „Verkehr“ und „Wasserwirtschaft“, leisten sehr erfolgreiche und wertvolle Arbeit, wie z.B. die Entwicklung von Leitlinien für Kleinwasserkraftwerke.
Der Ständige Ausschuss billigte außerdem die von der Schweiz vorgeschlagenen Prioritäten Demographischer Wandel, Klimawandel, Tourismus, Biologische Vielfalt, Verkehr und Mobilität für das Mehrjahresprogramm der Alpenkonvention 2011-2016. Die Schweiz wird im März 2011 turnusgemäß den Vorsitz der Alpenkonvention übernehmen. Dass das Schweizer Parlament kürzlich die Ratifizierung der Protokolle der Alpenkonvention abgelehnt hat, ändert nach Angaben der Delegation nichts am Schweizer Engagement für die Umsetzung der Ziele der Alpenkonvention.

Es bleibt zu hoffen, dass bis zur Alpenkonferenz der Umweltminister im März 2011 noch konkrete Vorschläge für zukunftsweisende Beschlüsse erarbeitet werden. 

CAA-Mitgliederversammlung in München

Am Samstag, dem 11. September, fand die diesjährige, ordentliche Mitgliederversammlung des CAA auf Einladung des Deutschen Alpenvereins in München statt. Nach konstruktiven und sachlichen Diskussionen wurde eine EU-Strategie und ein Papier mit Klimapolitischen Maßnahmen beschlossen. Weiterhin entschied die Versammlung sich für die Umsetzung des Projekts "Energieeffizienz im Hüttenwesen", das von der Hüttenkommission vorbereitet worden ist. Bei den turnusgemäßen Wahlen zum Vorstand wurde Josef Klenner wiederum zum Präsidenten und Danilo Skerbinek zum Vizepräsidenten gewählt. Kassierin wurde Gianna Rauch, die dem Vorstand seit letztem Jahr angehört. Die Delegierten wählten außerdem Dr. Oskar Wörz, Vizepräsident des OeAV und Franco Capraro vom CAI neu in den Vorstand.  
Foto: CAA-Mitgliederversammlung 2010

 Stellungnahmen zur Alpenkovention

Der CAA hat sich in den letzten Monaten durch mehrere Stellungnahmen am derzeit laufenden Prozess beteiligt, durch den die Umsetzung der Alpenkonvention und die Funktionsweise ihrer Gremien beschleunigt und verbessert werden soll. Zu diesem Themenbereich fand außerdem im Juni eine Sondersitzung des Ständigen Ausschusses in Slowenien statt, bei der der CAA ebenfalls vertreten war. Die Stellungnahmen sind im internen Bereich für die CAA-Mitgliedsverbände einsichtig.

Außerordentliche CAA-Mitgliederversammlung in Strunjan/Slowenien

Am 27. März 2010 fand auf Einladung des PZS in Strunjan an der slowenischen Adriaküste unter Teilnahme fast aller Präsidenten der CAA-Mitgliedsverbände eine Außerordentliche Mitgliederversammlung in ungewohnt mediterranem Ambiente statt. Im Mittelpunkt der Tagesordnung standen die zukünftigen Strategien und Ziele des CAA gegenüber der EU. Der CAA-Vorstand hatte verschiedene Vorschläge und Bausteine erarbeitet, worüber ausführlich diskutiert wurde. Das weitere Vorgehen und die Ziele werden in den nächsten Monaten durch eine Arbeitsgruppe konkretisiert. Wichtiger Diskussionspunkt war außerdem der freie Zugang zum Gebirge, da es - vor allem in Italien - gesetzliche Bestrebungen gibt, diesen stärker zu reglementieren. Der CAA-Vorstand wurde beauftragt, dazu einen Aktionsplan zu entwickeln. Auf großes Interesse stieß eine Projektskizze der Hüttenkommission zur "Energieeffizienz im Hüttenwesen", die ebenfalls weiterverfolgt werden soll.
Foto: Die Teilnehmer der Außerdentlichen CAA-Mitgliederversammlung

Im Rahmen der Mitgliederversammlung erreichte außerdem ein alpinhistorisch bedeutsames Stück seinen usprünglichen Besitzer: DAV-Präsident Heinz Röhle überreichte seinem Kollegen Georges Elzière vom FFCAM die Flagge der französischen Expedition der Annapurna-Erstbesteigung 1950. Diese war kurz nach der Expedition bei einem Vortrag in München vergessen worden und "schlummerte" seitdem im DAV-Archiv. Im Zuge der dortigen Sanierungsarbeiten kam sie ans Licht und konnte nun offziell übergeben werden.
Foto der Übergabe: FFCAM-Präsident Elzière, DAV-Präsident Röhle und CAA-Präsident Klenner.

News:

-- ital. Übersetzung --

 
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